Bettina Romhardt

Biographisches

Die erste Erfahrung mit Meditation hatte ich mit 19 Jahren nach einer tiefen Sinnkrise.
Mein Interesse, das sich vorher auf Philosophie, Politik und Soziales gerichtet hatte, weitete sich auf den geistigen Bereich und richtete sich von der rein intellektuellen Suche auf konkret Erfahrbares.

So wandte ich mich vom Studium der vergleichenden Religionswissenschaften und Ethnologie nach zwei Semestern ab und ließ mich in den Jahren 1983-87 beim Verein zur Förderung der Naturheilkunde in Berlin zur Heilpraktikerin mit Vertiefung Chinesische Medizin ausbilden. Hier fand ich einen Weg, viel über die verschiedenen Ebenen des Menschseins zu lernen und erfahren und mich selbst und andere auf physischer, energetischer und geistiger Ebene tiefer zu verstehen

Nach der Prüfung zur Heilpraktikerin im Jahre 1988 vertiefte ich mein psychologisches Interesse und studierte drei Jahre Prozessorientierte Psychologie (POP) nach A. Mindell. Während dieser Ausbildungsjahre und auf ausgedehnten Reisen in Asien, lernte ich verschiedene spirituelle Wege kennen.

Im Jahre 1992 begegnete ich in Berlin zum ersten Male Thich Nhat Hanh. Ich hatte meinen Lehrer gefunden und in der Plum Village Dhyana Schule meine geistige Heimat. Thich Nhat Hanh zeigte mir in seiner Verkörperung von Weisheit, großem Mitgefühl und Einfachheit, was ein großes Wesen sein kann.

Bei meinem ersten Besuch in seinem Praxiszentrum Plum Village in Südwestfrankreich wurde ich tief von der dort lebenden Gemeinschaft berührt.
Das achtsame, liebevolle und bewusste Alltagsleben der Plum Village-Sangha, ihre Ausrichtung und Ausstrahlung, vereinten all die Aspekte meiner bisherigen Suche.

Achtsamkeit:
Eine konkrete Praxis, die sich auf alle Aspekte des Lebens bezieht, Heilung und Transformation ermöglicht und die über kontinuierliche Übung und Vertiefung bis zur Befreiung führt.

Leben in der Gemeinschaft:
Ein Training darin, in Frieden miteinander zu leben, basierend auf dem Wunsch  jedes Einzelnen, Verstehen und Liebe zu verkörpern – den Kern der Lehre des Buddha.

Buddhistische Psychologie:
Der Schatz aus dem Thich Nhat Hanh schöpft und viele Methoden und Wege entwickelte, friedvoll und glücklich mit sich selbst und anderen zu leben und Freiheit zu erfahren.

Engagierter Buddhismus:
Durch weltweites Engagement Einzelner und Gruppen, Bewusstheit, Verstehen und Versöhnung zu leben und in die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft (Schule, Wirtschaft, Gefängnisse etc.) zu tragen.

1995 wurde ich Mitglied des von Thich Nhat Hanh gegründeten Ordens Intersein. Ich erhielt den Dharmanamen „Tree of True Awakening“.

1996 konnte ich meinen Wunsch verwirklichen nach Plum Village zu gehen, um dort für fünf Jahre als Resident in der Gemeinschaft zu üben und zu leben. Für die Erfahrungen, die Liebe, die Inspiration und Schwierigkeiten dieser Jahre bin ich zutiefst dankbar.

2002 verbrachte ich fünf Monate im Zen-Zentrum Eisenbuch unter der Leitung von Fumon Nakagawa Roshi – seit 2006 Abt des Daihi Shobozan Kosho Fumonji, in direkter Linie des Soto-Hauptklosters Eiheiji.
Dieser Aufenthalt nährte und stärkte meine Zen-Wurzeln, die mich auch in der Plum Village Dhyana Schule verankern.

Im Jahr 2003 heiratete ich Kai Romhardt, in dem ich einen Gefährten auf dem Weg gefunden habe. Zur Geburt unseres Sohnes Jonathan zogen wir nach Berlin, wo wir gemeinsam die Sangha-Zehlendorf initiierten und seither begleiten.

2004 wurde ich von Thich Nhat Hanh in der Zeremonie der Übertragung der Lampe zur Dharmacharya (Dharmalehrerin) ernannt.

Es ist mir eine große Freude in meinem täglichen Leben zu üben, in Bewusstheit und Verbundenheit zu leben und diesen Weg mit anderen Menschen zu teilen.